LAGEN

Die Äpfel, Birnen und Quitten, die wir im Herbst in voller Reife auflesen, stammen ausschließlich von Bäumen in Hohenlohe. Auf unserem Anwesen im Ortskern von Hollenbach haben wir bittersüße Apfelsorten aus dem englischen Somerset angepflanzt, einer traditionsreichen Region britischer Ciderkultur. Die jungen Bäume werden erst in mehreren Jahren zu Halbstämmen herangewachsen sein und ihre Äpfel zu einem wunderbaren ausgewogenem Cider beitragen. Sie wachsen auf einem schweren, tonhaltigem Boden, der sich auf den Sedimentgesteinen des Lettenkeupers der Oberen Trias gebildet hat.

An erosionsgeschützten Standorten außerhalb der Ortschaft Hollenbach wird der Lettenkeuper zum Teil von Lößlehm überlagert, der das Ausgangssubstrat für Parabraunerden bildet. Auf diesen mächtigeren, jedoch oft durch Staunässe gekennzeichneten Böden, gedeihen an den Feldrändern verschiedene Streuobstsorten. Hier, nahe der Ortschaft Rot, findet sich z.B. eine hervorragende Mostbirne, die Oberösterreichische Weinbirne, die mit ihrem unverwechselbaren Aroma unseren Hohenloher Mouschd bereichert. Südlich von Rot haben wir auf einer Streuobstwiese mit alten Hochstämmen einen phantastischen Ciderapfel, den Pomme d'Or, ernten können. Er trägt wesentlich zum ausgewogenen Geschmack unseres 2020 erstmals gekelterten Rot Cider bei. Im aktuellen Jahrgang können wir diesen Cider leider nicht anbieten - nächtes Jahr ist er aber bestimmt wieder dabei!   

Auch auf einer vor Jahrzehnten angepflanzten Streuobstwiese am Rand des Mönchswaldes von Hollenbach wachsen auf ähnlichem Boden alte Apfel- und Birnensorten als Hochstämme. Die Bäume überstehen die Frühjahrsfröste durch ihre geschütze Waldrandlage recht gut und werden auch 2022 vermutlich wieder eine reichhaltige Ernte liefern.  Vor allem aus den Sorten Bohnapfel, Rote Sternrenette, Boskoop und Goldparmäne ist unser lieblicher Hollenbach Cider im aktuellen Jahrgang entstanden - mit reichlich Restsüße ein wunderbarer Genuss für warme Sommerabende! 

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Der größte Teil unserer Obstbäume steht jedoch auf den familieneigenen Streuobstwiesen in Zaisenhausen. Vor Generationen angepflanzt zeichnen sie sich durch eine Vielfalt alter Streuobstsorten aus, die entlang der Ette und auf der Bergwiese gedeihen. Die Streuobstwiesen werden durch die Beweidung von Schafen, Pferden und Damwild extensiv bewirtschaftet und durch eine behutsame Mistelernte instand gehalten. Die Bäume sind Bio-zertifiziert und liefern durch ihre geschützte Tallage eine zuverlässige Ernte. Der hier auftretende Bodentyp ist die Pararendzina, ein kalkhaltiger Boden aus dem Verwitterungsmaterial von Mergel- und Dolomitgesteinen des Mittleren Muschelkalkes, der sich sehr gut zur landwirtschaftlichen Nutzung eignet. Auf den Streuobstwiesen entdecken wir immer wieder auch unbestimmte Apfel- und Birnensorten, die wir separat pressen und die uns mit ihrem intensiven Aroma oft völlig überraschen. Unser Cider #5, der bei der „800 Jahre Hollenbach“-Feier 2019 großen Anklang fand, hat durch eine dieser unbestimmten Apfelsorten seinen unverwechselbaren Geschmack erlangt. Diese unbestimmte Apfelsorte haben wir den Böhm Ciderapfel gennannt, der mit seinem Aroma im aktuellen  Jahrgang den Bergwiese Cider und  Mouschd Zaisenhausen bereichert. Auch im 2021 erstmals gekelterten Müllers Berg Cider finden sich ausschließlich unbestimmte Apfelsorten, die auf einer alten Streuobstwiese in starker Hanglage entlang der Ette in Zaisenhausen wachsen. Erstmal von Brombeerranken und Gebüsch befreit, entdecken wir auf dieser Wiese immer mehr phantastische Apfelsorten mit außergewöhnlichen Aromen. 

Südlich der Ortschaft Zaisenhausen befindet sich in Hanglage eine weitere familieneigene Streuobstwiese am Honigbrunnen. Die Kalk- und Dolomitgesteine des Oberen Muschelkalkes bilden hier eine flachhügelige Karstlandschaft aus. Auf mittelgründigem tonig-steinigem Boden wachsen hier alte Hochstämme, deren Äpfel und Birnen wir sehr gerne für unsere Cider verwenden - im aktuellen Jahrgang im Honigbrunnen Cider und Honigbrunnen Mouschd natürlich!

Aus späten Sommer- und frühen Herbstäpfeln wie Jakob Fischer und Gewürzluike aus Ochsental  keltern wir einen trockenen aromatischen Cider. Auf dem Hangrücken in Ochsental, auf Sedimentgesteinen des Lettenkeupers, gedeihen hier verschiedene Apfel- und Birnensorten in sonniger Lage. Diesen Cider wird es 2023 wieder geben!

Eine ganz besondere Streuobstwiese ist nahe der Jagst zwischen Ailringen und Mulfingen zu finden. Auf dem Hangfuss in der Jagst Aue wurden Karbonatgerölle des Mittleren und Oberen Muschelkalkes abgelagert, die das Ausgangsgestein für flach- bis mittelgründige Rendzinen und Pararendzinen bilden. Die Wiese wird zeit kurzem wieder extensiv bewirtschaftet durch die Beweidung mit Ziegen, die der starken Verstrauchung entgegenwirken. Vor allem die verschiedenen unbestimmten Apfelsorten, die hier gesetzt wurden, haben unser Interesse geweckt. Aus neun Apfelsorten, die geschmacklich von süß, bittersüß bis säuerlich variieren, haben wir unseren ganz besonderen trockenen Jagst Aue Cider kreiert, der als Geheimtipp unter unseren Jahrgangscidern gehandelt wird. Aktuell bieten wir den Cider leider nicht an - es wird ihn aber 2023 sicher wieder geben. Er ist nämlich auch unser Liebling...!