LAGEN

Die Äpfel, Birnen und Quitten, die wir im Herbst in voller Reife auflesen, stammen ausschließlich von Bäumen in Hohenlohe. Auf unserem Anwesen im Ortskern von Hollenbach (Lage 1) haben wir bittersüße Apfelsorten aus dem englischen Somerset angepflanzt, einer traditionsreichen Region britischer Ciderkultur. Die jungen Bäume werden erst in mehreren Jahren zu Halbstämmen herangewachsen sein und ihre Äpfel zu einem wunderbaren ausgewogenem Cider beitragen. Sie wachsen auf einem schweren, tonhaltigem Boden, der sich auf den Sedimentgesteinen des Lettenkeupers der Oberen Trias gebildet hat.

An erosionsgeschützten Standorten außerhalb der Ortschaft Hollenbach wird der Lettenkeuper von Lößlehm überlagert, der das Ausgangssubstrat für Parabraunerden bildet. Auf diesen mächtigeren, jedoch oft durch Staunässe gekennzeichneten Böden, gedeihen an den Feldrändern verschiedene Streuobstsorten. Hier (Lage 2) findet sich z.B. eine hervorragende Mostbirne, die Oberösterreichische Weinbirne, die mit ihrem unverwechselbaren Aroma unseren Hohenloher Apfelwein 2019 bereichert. 

Auch auf einer vor Jahrzehnten angepflanzten Streuobstwiese am Rand des Mönchswaldes (Lage 3) wachsen auf ähnlichem Boden alte Sorten als Hochstämme. Die Bäume haben im letzten Jahr aufgrund der Frühjahrsfröste kaum getragen. Wir hoffen aber 2020 nach umfangreichem Schnitt auf eine gute Ernte.     

Der größte Teil unserer Obstbäume steht jedoch auf den familieneigenen Streuobstwiesen in Zaisenhausen. Vor Generationen angepflanzt zeichnen sie sich durch eine Vielfalt alter Streuobstsorten aus, die entlang der Ette und auf der Bergwiese (Lage 4) gedeihen. Die Streuobstwiesen werden durch die Beweidung von Schafen, Pferden und Damwild extensiv bewirtschaftet und durch eine behutsame Mistelernte instand gehalten. Die Bäume sind Bio-zertifiziert und liefern durch ihre geschützte Tallage eine zuverlässige Ernte. Der hier auftretende Bodentyp ist die Pararendzina, ein kalkhaltiger Boden aus dem Verwitterungsmaterial von Mergel- und Dolomitgesteinen des Mittleren Muschelkalkes, der sich sehr gut zur landwirtschaftlichen Nutzung eignet. Auf den Streuobstwiesen entdecken wir immer wieder auch unbestimmte Apfel- und Birnensorten, die wir separat pressen und die uns mit ihrem intensiven Aroma oft völlig überraschen. Unser Cider #5, der bei der „800 Jahre Hollenbach“-Feier 2019 großen Anklang fand, hat durch eine dieser unbestimmten Apfelsorten seinen unverwechselbaren Geschmack erlangt. Diese unbestimmte Apfelsorte haben wir den Böhm Ciderapfel gennannt, der mit seinem Aroma im aktuellen  Jahrgang den Bergwiese Cider 2019 bereichert. 

Oberhalb der Ortschaft von Zaisenhausen befindet sich eine weitere familieneigene Streuobstwiese am Honigbrunnen (Lage 5). Die Kalk- und Dolomitgesteine des Oberen Muschelkalkes bilden hier eine flachhügelige Karstlandschaft aus. Auf mittelgründigem tonig-steinigem Boden wachsen in leichter Hanglage alte Hochstämme, deren Äpfel und Birnen wir sehr gerne für unsere Cider verwenden. 

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